CHIMAIRA (2016)

CHIMAIRA ist eine Arbeit an der Grenze von Installation und Performance. Alle 30 Minuten kann ein einzelner Zuschauer den Raum betreten, wo er von einem großen weißen Quadrat auf dem Boden und liturgischen Gesängen empfangen wird. Hier beginnt ein Spiel mit der Frage, inwiefern die Prozesse im Raum für ihn inszeniert sind oder durch ihn erst hervorgebracht werden: So verursachen die Bewegungen des Besuchers subtile, technizistisch anmutende Sounds und begleiten seine Schritte, zugleich wird er nach einiger Zeit von diesen Sounds mit beeinflusst. Ist man also wirklich allein? Ist man Zuschauer, Beobachteter, Performer oder alles gleichzeitig? Und wer ist die grazile ältere Dame, die plötzlich auftaucht, einen anlächelt, eine Pflanzenfabel spricht und wieder ihrer Wege geht – ein gealterter Klon, eine Schimäre, eine Allegorie, ein Cyborg? Im Zusammenspiel von Sound, Licht, Installation und Performance befragt die Arbeit die Identität des Humanen im Spannungsfeld von Digitalisierung, Posthumanismus und der Fehlbarkeit des Menschen.

„Intensiver kann eine Theatererfahrung kaum sein. Irritierender auch nicht.“
Bonner Generalanzeiger

Regie und Raum: Sebastian Blasius
Performance: Brigitta Schirdewahn
Dramaturgie: Daniel Franz
Sound: Tobias Rosenberger, Klaus Janek

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